Das Präsidium des Deutschen Kniggebund e.V.

Stefanie Frieser

Kennen Sie das?

Sie hören den Begriff „Knigge“ und stante pede macht sich ein Besenstiel in Ihrem Rücken breit. Sie richten sich auf, fühlen sich beobachtet, und bemühen sich umgehend, alles ganz korrekt zu machen. Was für ein Jammer! Denn genau in diesem Augenblick verlieren Sie Ihr Gegenüber aus den Augen. Sie sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass Sie nicht mehr erkennen können, womit sich Ihr Gegenüber gerade wohlfühlt.

Diese und ähnliche Situationen erlebe ich fast in jedem Gespräch oder Seminar, in dem es zum gefürchteten „Erstkontakt“ mit dem Thema „Knigge“ kommt.

Genau das wollte Freiherr von Knigge NICHT! Basis seiner Lehre waren nicht komplizierte Benimmvorschriften, sondern der sorgsame Umgang mit sich selbst und anderen mit dem Ziel sich selbst weiterzuentwicklen und damit sein Dasein zu vereinfachen.

Diese Botschaft nach außen zu tragen hat sich der Deutsche Kniggebund zur Aufgabe gemacht.

Es ist mir eine Freude, als Präsidentin meinen Teil dazu beitragen zu können.

Michael Frieser

Menschen haben mich seit jeher fasziniert!

Was macht sie aus, wie unterscheiden sie sich, wie kann man Mitmenschen dazu bringen, das Beste in sich zu entdecken? Auch darum geht es mir im Umgang mit Menschen unserer Zeit. Gerade in meiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter treffe ich tagtäglich auf die unterschiedlichsten Mitbürger. Immer wieder stelle ich dabei fest, dass uns alle ein ungeschriebener Kanon an Formen begleitet, wie wir uns Begegnungen untereinander vorstellen. Wie wir uns anderen gegeüber

Was also ist es, das uns zusammenhält? Wie entwickeln sich diese Formen des Miteinander? Stimmt es denn wirklich, dass Umgangsformen aus der Mode kommen oder ist es nicht viel eher so, dass sie immer wichtiger werden, in einer Zeit, in der andere Regeln -Fixationen und Imperative- sich aufzulösen scheinen? Was passiert mit uns persönlich in diesem Spannungsfeld? Werden wir sensibler für Grenzüberschreitungen oder halten wir um so mehr an scheinbar unverrückbaren, gesellschaftlichen Verabredungen fest?

Diesen Fragen möchte ich beim Deutschen Kniggebund gerne mit anderen Gleichgesinnten nachspüren.

Holger Jäger

Ist knigge alltagstauglich?

Ich bin der Meinung JA, Knigge ist alltagtauglich!

Serviettenfalten, Mantel halten, Besteck korrekt benutzen und ablegen, Damen den Vor tritt lasse… sind die Highlights in vielen Knigge Seminaren.

Aber Knigge ist meines Erachtens viel mehr.

In meinen Tanzkursen erlebe ich es immer wieder, dass die Wertschätzung der Paare untereinander – auf die ich in meinem Unterricht sehr viel Wert lege – durch das geleiten der Dame auf und von der Fläche und auch während des Tanzens sehr gut gelebt wird.

Die Transformation in das tägliche Leben gelingt jedoch nicht immer.

Mit meinem Engagement im Deutschen Kniggebund möchte ich einen Beitrag dazu leisten, Knigge und Wertschätzung wieder verstärkt in das Alltagsleben jedes einzelnen zu bringen.

Dr. Michael Reindl

„Knigge-Coaching“ im 21. Jahrhundert. Warum, fragt sich vielleicht der eine oder andere? Warum interessieren sich und engagieren sich heutzutage Menschen hierfür?

Die Lehre vom richtigen „Umgang mit Menschen“ ist aktuell, vielleicht so aktuell wie nie zuvor. Schulen, Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen vermitteln Wissen, vornehmlich Fachwissen. Als Notar muss ich in meiner täglichen Praxis jedoch feststellen, dass vielen Beteiligten grundlegende Umgangsregeln, oft Selbstverständlichkeiten des sozialen Miteinanders fremd (geworden) sind. Wer jetzt denkt, das sei ein Problem bildungsferner Schichten, der täuscht sich.

Gerade bei schwierigenVer tragsverhandlungen und bei der rechtlichen Begleitung von Unternehmensnachfolgen zeigen sich Defizite der handelnden Personen im „Umgang mit Menschen“, sei es
gegenüber den Ver tragspartnern oder innerhalb der Führungsebenen unter den „leitenden Angestellten“.

So mancher Vertragsabschluss würde leichter fallen, wenn die Beteiligten bestimmte Grundregeln des menschlichen Umgangs beherrschen und beherzigen würden. So manches Unternehmen würde zum Wohl des Unternehmens und der betroffenen Mitarbeiter besser „geführt“ werden, wenn die formal in Anspruch genommene „Führung“ der Entscheidungsträger zugleich inhaltlich auch Ausdruck „vorbildlichen menschlichen Umgangs miteinander“ wäre.

Andreas Fiek

Die größten Missverständnisse in der zwischenmenschlichen Begegnung werden durch die Fehldeutung von Machtstellungen ausgelöst. Sie verführen häufig dazu, das Gegenüber herablassend, unaufmerksam oder herabwürdigend zu behandeln. Dies ist verletzend, unmodern und kontraproduktiv.

Als Dienstleister stelle ich immer wieder fest, dass diese Verhaltensweise in allen Lebenslagen zu Informationsund Sympathie-Störungen führt, die weitreichend und meist irreparabel sein können.

Deshalb plädiere ich für einen von Respekt und Empathie bestimmten Umgang auch im Business-Alltag. Die Bereitschaft, sich in die Lage des Anderen hineinzuversetzen und ihn abzuholen, erzeugt eine gelöste und von Achtung getragene Atmosphäre, die eine belastbare Beziehung als Basis für erfolgreiches und freudvolles Arbeiten auf hohem Niveau begründet.

Haben Sie Fragen zum Thema wertschätzender Umgang?

Schicken Sie uns einfach Ihr Anliegen, wir setzen uns dann gerne mit Ihnen in Verbindung.

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