Thema Gastgeber

Was ist das Wichtigste bei einem perfekten Dinner?

Interview vom 20.02.2017

Bei der TV-Show „Das perfekte Dinner“, die letzte Woche aus Franken gesendet wurde, stehen die Köche meistens lange in der Küche und dekorieren den Tisch sehr aufwendig. Dabei kommt es bei einem guten Gastgeber eigentlich auf etwas ganz anderes an, sagt Knigge-Expertin Stefanie Frieser.

Stefanie Frieser: Das Wichtigste ist, bei den Gästen zu sein. Der Gast muss sich willkommen fühlen und das Gefühl haben, dass er überhaupt keine Mühe macht. Man sollte einfach immer eine ganz herzliche Atmosphäre schaffen.

Nürnberger Nachrichten: Was sollte man unbedingt vermeiden?

SF: Stundenlang in der Küche zu stehen und die Gäste in der Zeit sich selbst zu überlassen, geht gar nicht. Denn als Gastgeber ist man ja auch Moderator, der die Gäste, die vielleicht nur den Gastgeber kennen, miteinander verknüpft. Man sollte also besser etwas kochen, das sich leicht vorbereiten lässt oder sich, wenn man zu zweit Gäste empfängt, in der Küche abwechseln. Während der eine weg ist, schneidet der andere ein Thema an, das die Tischrunde unterhält.

NN: Was ist noch ein No-Go?

SF: Die Gäste auszuhungern! Der Nachtisch sollte also nicht erst nach Mitternacht kommen. Man sollte schon gut organisiert sein.

NN: Und wie sollte die Tisch-Dekoration aussehen?

SF: Es gibt einen Spruch, der besagt: Gutes Essen steht für sich selbst. Die Dekoration am Tisch sollte eher wie ein schlichter Bilderrahmen sein. Auf weißen Tellern kommt das Essen immer noch am besten zur Geltung. Wie man Besteck und Gläser anordnet, da gibt es grundsätzliche Regeln, die man überall nachlesen kann.

NN: Wie reagiert man, wenn der Gast aus Versehen Rotwein auf das Sofa kippt oder ein Glas zerdeppert?

SF: Am schlimmsten ist es, wenn der Gastgeber dann sparsam schaut. Denn das gibt dem Gast ein schlechtes Gefühl. Besser sagt manetwas wie: „Ach das kriegen wir schon wieder weg!“ Und wer sündhaft teure Gläser aufstellt, hat entweder genug davon und kann einen Verlust verkraften. Oder man nimmt gleich weniger teure Gläser. Da gibt es auch sehr schöne, und es ist nicht schlimm, wenn eines kaputt geht.

NN: Und wie sieht es mit dem Tischgesprächaus?

SF: Da sollte man nicht allzu sehr in die Tiefe gehen und Krankheitsgeschichten oder problematische Themen meiden. Die letzte Knie-Operation von Tante Erna gehört nicht an die Tafel!

Interview: Anette Röckl, Quelle: Nürnberger Nachrichten

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